Förderung der digitalen Transformation in der QI: Arbeitsgruppe Brasilien–Deutschland trifft sich in Hannover

Brasilien

Als weltweit führende Industriemesse bietet die Hannover Messe eine Plattform für den industriellen Wandel. Brasilien, das diesjährige Partnerland, stellte seine Positionen zu den Themen Nachhaltigkeit, industrielle Stärke und Innovation vor. Gleichzeitig diente die Messe als zentrale Bühne für die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit im Bereich der Qualitätsinfrastruktur (QI).

Im Rahmen eines ganztägigen Programms besuchte eine Delegation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) das Messegelände in Hannover, um wichtige digitale Themen im Zusammenhang mit den laufenden bilateralen Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland im Bereich der Qualitätsinfrastruktur zu thematisieren.

 

Führung auf der „Hannover Messe“

Auf der Hannover Messe 2026, bei der Brasilien als offizielles Partnerland im Mittelpunkt stand, veranstaltete das Global Project Quality Infrastructure (GPQI) am 22. April eine Fachführung, um die digitale Transformation der Qualitätsinfrastruktur (QI) im Rahmen von Industrie 4.0 zu beleuchten. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) fand die Führung im Rahmen der Jahrestagung der deutsch-brasilianischen Arbeitsgruppe statt und richtete sich an eine gemeinsame Delegation aus deutschen und brasilianischen Vertretern der Qualitätsinfrastruktur und der Industrie.


Im Mittelpunkt des Programms standen die praktische Anwendung digitaler Produktpässe (DPPs), digitale Lösungen für Maschinen sowie innovative KI-Lösungen. Zudem wurden technische Vorführungen auf der „Manufacturing-X“-Ausstellung der Plattform Industrie 4.0, beim globalen Technologieanbieter WEG und am Stand der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) präsentiert, wobei die Interoperabilität als Rückgrat des zukünftigen internationalen Handels hervorgehoben wurde.

 

Podiumsdiskussion: Der digitale Produktpass in der Praxis – eine Live-Demonstration der Vernetzung zwischen der EU und Brasilien

Am 22. April 2026 fand am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) auf der Hannover Messe eine lebhafte Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Digitalisierung von QI“ statt, bei der die entscheidende Rolle von Datenräumen beim Aufbau eines auf Vertrauen basierenden Ökosystems für digitale Produktpässe (DPPs) hervorgehoben wurde. Dr. Ole Janssen (BMWE) eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die strategischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die zur Förderung interoperabler Standards und grenzüberschreitender Zusammenarbeit erforderlich sind.

 

Anschließend stellten technische Experten und führende Vertreter der Industrie aus Deutschland und Brasilien – darunter Claudia Koch (BAM), Andreas Faath (VDMA) und Maurício Finotti (ABINC) – praktische Anwendungsbeispiele für Submodelle der Asset Administration Shell (AAS) und OPC-UA-Spezifikationen vor. Die Sitzung endete mit einer lebhaften Podiumsdiskussion, in deren Mittelpunkt die Verwirklichung internationaler Interoperabilität und die Nutzung von Abkommen wie dem EU-Mercosur-Rahmenabkommen standen, um eine vertrauenswürdige und nahtlose globale Datenzusammenarbeit zu ermöglichen.

 

7. Jahrestagung der deutsch-brasilianischen Arbeitsgruppe für Qualitätsinfrastruktur

Die deutsch-brasilianische Arbeitsgruppe für Qualitätsinfrastruktur (WGQI) hielt am vergangenen Mittwoch in Hannover ihre Jahrestagung ab und bekräftigte dabei die strategische Partnerschaft beider Länder bei der Stärkung der Qualitätsinfrastruktur (QI) und der Förderung eines innovationsgetriebenen Handels.


Die unter der Leitung des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und des brasilianischen Ministeriums für Entwicklung, Industrie, Handel und Dienstleistungen (MDIC) – das per Videokonferenz zugeschaltet war – organisierte Sitzung brachte ein breites Spektrum von Akteuren aus Regierung, Industrie und wichtigen QI-Institutionen beider Länder zusammen. Die WGQI dient weiterhin als zentrale Plattform für den bilateralen Dialog und bringt Ministerien, Regulierungsbehörden, Normungsgremien und Vertreter des Privatsektors zusammen, um technische Handelshemmnisse abzubauen und die Produktsicherheit zu verbessern.

Aufbauend auf dieser langjährigen Zusammenarbeit leisteten die Teilnehmer in Hannover einen aktiven Beitrag zu den Diskussionen über aktuelle und zukünftige Projektrichtungen, wobei ein starker Schwerpunkt auf der digitalen Transformation von Qualitätsinfrastruktursystemen lag. Der Austausch verdeutlichte insbesondere die wachsende Bedeutung digitaler Werkzeuge und Rahmenbedingungen, die effizientere, transparentere und international abgestimmte Qualitätsinfrastrukturprozesse ermöglichen.

 

Ein zentrales Thema des Treffens war die Entwicklung und Einführung digitaler Produktpässe (Digital Product Passports, DPP), von denen erwartet wird, dass sie eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit entlang globaler Wertschöpfungsketten spielen werden. Die Diskussionen befassten sich zudem mit der Rolle der Standardisierung bei neuen Technologien, insbesondere bei künstlicher Intelligenz (KI), wobei die Notwendigkeit harmonisierter und vertrauenswürdiger Rahmenbedingungen hervorgehoben wurde, um Innovationen zu fördern und gleichzeitig Sicherheit und die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten.

 

Darüber hinaus erörterten die Teilnehmer Ansätze zur Modernisierung der Marktüberwachung vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der rasanten Ausbreitung des E-Commerce. Die Stärkung der Überwachungsmechanismen und die Verbesserung der regulatorischen Zusammenarbeit wurden als wesentliche Schritte identifiziert, um die Produktkonformität in zunehmend komplexen und digitalisierten Märkten sicherzustellen. Diese Prioritäten spiegeln die laufenden bilateralen Bemühungen wider, bei denen Digitalisierung, KI-Standardisierung und Marktüberwachung im E-Commerce bereits als Schlüsselbereiche der Zusammenarbeit identifiziert wurden.

 

Das Jahrestreffen in Hannover hat erneut das starke Engagement Brasiliens und Deutschlands für die Förderung der Qualitätsinfrastruktur als Motor für wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und nachhaltigen Handel unter Beweis gestellt. Durch die Bündelung ihrer Anstrengungen im Bereich der digitalen Transformation und neuer Technologien ebnen beide Länder weiterhin den Weg für widerstandsfähigere und zukunftsorientierte Qualitätsinfrastruktursysteme.

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